Scham, Sex & Gender
Kurze Info und Inhalt
„Die Scham muss die Seite wechseln“. Dieser Satz von Gisèle Pelicot hat Berühmtheit erlangt. Niemand will Scham empfinden. Sie ist wie der Schwarze Peter im Kartenspiel, und wird möglichst schnell weitergereicht. Sie ist schmerzhaft, und wird auch als Aschenputtel der Gefühle bezeichnet.
Scham deutet immer auf eine grundlegende Erschütterung hin. Im Gegensatz zur Schuld bezieht sich die Scham auf die ganze Person, nicht nur auf eine Tat oder ein Vorkommnis. Sie verweist auf grundlegende menschliche Bedürfnisse: Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit und Integrität.
In der Sexualität kann „die Scham“ sogar körperlich verortet werden, und wir alle haben gelernt, uns in irgendeiner Weise für unsere Körper und deren körperlichen Ausdrucksweisen zu schämen. Die Entwicklung der Scham ist ein wichtiger Prozess, doch ein Zuviel an Scham hemmt und hindert persönliche Entwicklung.
Doch was, wenn wir innehalten und uns die Scham oder beschämende Momente genauer anschauen? Bei uns und anderen erkennen wir dann, dass die Scham auf Verletzungen der Menschenwürde hinweist. Wir erkennen, dass sie etwas Wichtiges mitzuteilen hat. Wir erkennen Schamabwehrstrategien wie Aggression, Suchtverhalten, Rückzug, (sexualisierte) Gewalt, Erstarren, Flucht und Unterwerfung. Und wir erkennen, was das mit traditionellen Geschlechterrollen zu tun hat.
Die Scham und ihr Potenzial in der sexuellen Bildungsarbeit zu beleuchten, ist Thema dieser Fortbildung – mit theoretischem Hintergrundwissen, Praxisbeispielen und Methoden, die Jugendlichen sowie Fachkräften in ihrer Reflexion und im Arbeitsalltag helfen.
Programm
Montag, 05.10.26, 10:30 – 17:00
Dienstag, 06.10.26, 9:00 – 16:00
Webgeschreibung
Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V.
