Jugendschutz Fach- und Arbeitstagung 2026: Gendersensible Suchtprävention? Notwendigkeit und Umsetzung
Kurze Info und Inhalt
Gendersensible Suchtprävention?
Geschlechterspezifische Lebenslagen, gesellschaftliche Rollenerwartungen und unterschiedliche Zugänge zu Hilfesystemen beeinflussen das Konsumverhalten junger Menschen. Mit der Tagung wollen wir verschiedene Ansätze mit ihnen diskutieren und Möglichkeiten der geschlechtsspezifischen Prävention aufzeigen.
Termin:
28.10.2026, 9:45 - 18 Uhr
29.10.2026, 9 - 13 Uhr
Programm
Mittwoch 28.10.2026
9:45 Uhr
Ankommen mit Kaffee
10:30 Uhr
Begrüßung und Einführung, Beatrix Benz, Geschäftsführerin aj
Grußwort und Neues von der Obersten Landesjugendbehörde, MR Andreas Holste, StMAS
11:00 Uhr
Der Konsumkompass - eine Methode aus der Suchtprävention
Welche Konsummuster haben die Jugendschützer*innen aus Bayern?
Lisa Plum und Sarah Rieger, Referat für Suchtprävention, aj
11.15 Uhr
Fachvortrag Prof. Dr. Jörg Wolstein
„Trinken Mädchen anders als Jungen? Alkoholkonsum im Geschlechtervergleich.“ In dem Vortrag werden aktuelle Daten aus dem HaLT-Projekt zu Trinkmustern und -motiven bei Mädchen und Jungen vorgestellt und mögliche Ursachen für die Veränderungen in den letzten Jahren diskutiert. Schließlich wird die Frage beleuchtet, welche Auswirkungen diese Erkenntnisse auf Prävention und Gesundheitsförderung haben und wie der Jugendschutz davon beeinflusst wird.
12.30 Uhr
Mittagessen
14:00 Uhr
Workshops mit Kaffeepause
Alle Workshops werden einmal angeboten. Jede*r Teilnehmende hat die Möglichkeit, sich für einen Workshop anzumelden. Bitte geben Sie Ihren Workshop-Wunsch und einen Alternativ-Wunsch bei der Anmeldung an.
17.00 Uhr
Tagesabschluss
18:00 Uhr
Gemeinsames Abendessen & gemütlicher Ausklang
Donnerstag, 29.10.2026
9.00 Uhr
Klärung aktueller Fragen der Teilnehmenden zum Vollzug des Jugendschutzes und
Neues aus dem Bayerischen Landesjugendamt, Christine Hiendl, Katharina Lehnerer, BLJA
Zur Klärung aktueller Fragen der Teilnehmenden bitte diese vorab an das Funktionspostfach des BLJA schicken: jugendschutz-blja@zbfs.bayern.de
10.45 Uhr
Neues vom Bayerischen Jugendring, Melda Werstein, BJR
11.00 Uhr
Kaffeepause
11:30 Uhr
Auswertung des Konsumkompasses
Welche Konsumtrends lassen sich daraus ableiten?
Lisa Plum und Sarah Rieger, Referat für Suchtprävention, aj
11.45 Uhr
Podiumsdiskussion: Braucht es gendersensible Suchtberatung?
Geschlechtsspezifische Lebenslagen, gesellschaftliche Rollenerwartungen sowie unterschiedliche Zugänge zu Hilfesystemen beeinflussen das Konsumverhalten und den Unterstützungsbedarf. Doch welche konkreten Auswirkungen hat das auf Suchtberatung und Prävention?
Zu diesen Fragen diskutieren Fachleute aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Suchtberatung sowie aus geschlechterspezifischen Angeboten. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Bedarfe und Ressourcen verschiedener Zielgruppen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für eine wirksame, geschlechtersensible Suchtprävention.
12.45 Uhr - 13:00 Uhr
Ausblick auf 2027 und Veranstaltungsende
Beschreibung der Workshops
Workshop 1: Gender, Scham und Sucht
Genderspezifisches Suchtverhalten zeigt sich oft Im Umgang mit nicht stoffgebundenen Süchten wie Essstörungen, exzessivem Konsum von Pornografie sowie anderen Medien und Glücksspiel. Neben anderen Faktoren, die hierzu beitragen, spielt die Scham eine große Rolle. Wenn traditionell geprägte Erwartungen an das eigene Geschlecht scheinbar nicht erfüllt werden können, können Süchte Ausdruck fehlender Anerkennung und Zugehörigkeit, Schutz und Integrität sein. Diese Süchte manifestieren sich bei weiblich gelesenen jungen Menschen oft anders als bei männlich gelesenen, und queere Jugendliche sind generell häufiger von Suchterkrankungen betroffen.
In diesem Workshop geht es darum, Süchte als mögliche genderspezifische Schamab-wehrstrategien zu begreifen und hieraus mögliche „Türöffner“ zu den Betroffenen abzuleiten.
Michael Kröger, aj
Workshop 2: Exzessive Mediennutzung
Digitale Medien sind fester Bestandteil im Alltag von Jugendlichen – doch wann wird aus intensiver Nutzung ein problematisches Verhalten? In diesem Workshop geht es um die Hintergründe von exzessiver Mediennutzung in den Bereichen Gaming und Social Media von Jugendlichen und die Frage, ob es Unterschiede zwischen den verschiedenen Geschlechtern gibt. Außerdem stellen wir präventive Methoden zum Umgang mit exzessiven Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen vor.
Nina Börner, Anna Böker, aj
Workshop 3: Glücksspiel, Lootboxen und Co
Computerspiele sind für Kinder und Jugendliche eine äußerst beliebte Freizeitbeschäfti-gung. Oft werden Minderjährige beim Spielen mit glücksspielähnlichen Mechanismen wie Lootboxen konfrontiert. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass an echtem Glücksspiel teilgenommen wird. In diesem Workshop werden anhand des Planspiels „Lobbyarbeit Lootboxen“ und Hintergrundinformationen das Phänomen der Vermischung von Gaming und Gambling erkundet und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Daniel Ensslen, aj
Workshop 4: Risikopädagogik
In der Suchtprävention ist die frühe Stärkung von Schutzfaktoren zentral, um Kindern ein stabiles Fundament gegen spätere Abhängigkeitsrisiken zu geben. Der Workshop zeigt, wie Risikopädagogik durch dosierte Wagnisse Kompetenzen wie Selbstwirksamkeit, Frustrationstoleranz und Resilienz fördert. Fachkräfte lernen, entwicklungsfördernde Risi-ken von echten Gefahren zu unterscheiden und Kindern Raum für wichtige Grenzerfahrun-gen zu eröffnen. Am Beispiel des FREUNDE-Praxistools „Wildes Spiel“ wird deutlich, wie solche Erfahrungen präventiv wirken und Kinder
stärken – Jungen gleichermaßen wie Mädchen.
Jessica Wolf, Heribert Holzinger, aj
Workshop 5: Suchtprävention und gesundes Aufwachsen in der Familie fördern am Beispiel von ELTERNTALK
Wie können Eltern dabei unterstützt werden, ihre Kinder vor Suchtgefahren zu schützen und gesund aufwachsen zu lassen? Mit ELTERNTALK!
ELTERNTALK ist ein in der Prävention angesiedeltes niedrigschwelliges Peer-to-Peer-Angebot, das die Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen zum Ziel hat. Im Workshop werden die Eckpfeiler des Konzepts dargelegt sowie das Grundverständnis zu Suchtvorbeugung in der Familie. In einer Talkrunde können die Teilnehmenden das Material von ELTERNTALK kennen lernen, die Wirkung von ELTERNTALK „live“ erleben und Fragen stellen.
Nataša Eckert, Gesamtleitung ELTERNTALK Bayern, aj
Alicia Wolff, Fachreferentin ELTERNTALK Bayern, aj
Alle Workshops werden einmal angeboten. Jede*r Teilnehmende hat die Möglichkeit, sich für einen Workshop anzumelden. Bitte geben Sie Ihren Workshop-Wunsch und einen Alternativ-Wunsch bei der Anmeldung an.
Webgeschreibung
Tagungshaus St. Ulrich Kappelberg 1 86150 Augsburg
