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Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V.

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Sich unterhalten statt unterhalten lassen


"Wir saßen im Wohnzimmer und hatten nichts an". Dieses Zitat aus einem Schüleraufsatz stellte Prof. Schatz, Vorsitzender der Aktion Jugendschutz Bayern e.V. an den Anfang seiner Rede anlässlich der Vorstellung der Begleitstudie zu "Elterntalk". "Nichts an" bezog sich auf den Fernseher und der Zustand schien dem Schüler so bemerkenswert, dass die Stilblüte das Grundthema der seit zwei Jahren laufenden Aktion namens "Elterntalk" genau trifft.
Im bayerischen Familienministerium ist man mit dem Erfolg der "Elterntalks" so zufrieden, dass die Ministeriumsspitze anlässlich einer Veranstaltung mit rund 80 Teilnehmern - viele davon "eingeschworene Elterntalker" - Ende November in München die weitere Förderung der "Elterntalks" für die kommenden beiden Jahre bekannt gab.

"Elterntalk" will Eltern für das Thema "Medienkonsum" ihrer Kinder sensibilisieren. Mit dem Projekt ELTERNTALK soll die gegenseitige Beratung der Eltern vor Ort ausgebaut und die Erziehungskompetenz von Müttern und Vätern gestärkt werden. Nach dem Schneeballprinzip bildet die Aktion Jugendschutz Bayern in mittlerweile 14 Landkreisen über ganz Bayern hinweg Laien-Moderatorinnen/-Moderatoren aus, die wiederum in ihrem Bekanntenkreis Gesprächsrunden initiieren.

"Tankstelle" für Eltern, wo sonst keine ist
Den Kernansatz von ELTERNTALK sieht Staatssekretär Jürgen Heike in der Prävention: "Es muss uns vordringlich dort gelingen, Eltern etwas zum 'Auftanken' anzubieten, wo sonst keine oder kaum eine 'Tankstelle' ist." Viele Familien stünden vor besonderen Belastungen: Beispielsweise Arbeitslosigkeit, Migrationserfahrungen oder auch Trennung und Scheidung. Andererseits verbringe, so Staatssekretär Heike, jeder 10- bis 15-Jährige in Deutschland täglich durchschnittlich 180 Minuten vor dem Fernseher, schwerpunktmäßig zwischen 18 und 22 Uhr. 64 Prozent der Jugendlichen besäßen ein eigenes Fernsehgerät.
Computer und Fernsehen seien inzwischen "Familienmitglied", und noch dazu eines, das sich intensiv einmischt.

Erfolg für neuen, niederschwelligen Ansatz
Dr. Renate Höfer und Dr. Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung berichteten von den Kernaussagen ihrer Evaluationsstudie, die sie im Rahmen der Veranstaltung erstmals vorstellten. Bemerkenswert war die hohe Zufriedenheit mit den Elterntalks, die die Wissenschaftler in den Interviews der Teilnehmer wahrnahmen. So sei es gelungen eine offene und entspannte Atmosphäre in allen Gesprächen herzustellen, die Teilnehmer/innen aktiv einzubeziehen. Elterntalk sei ein thematisches und methodisches Angebot, das alltagsnah auf die Bedürfnisse der Eltern eingehe. Das Angebot arbeite nicht mit erhobenem Zeigefinger: es würden keine "Erziehungsideale" in den Raum gestellt, denen sie nachkommen müssten.

Da den Eltern nahezu durchweg eine Reihe von positiven Aspekten in Erinnerung blieben, ziehen die Wissenschaftler ein sehr positives Zwischenresümee:

  • Der "Elterntalk" ist eine raffinierte Mischung aus einem niedrigschwelligen, alltagsnahen, einfachen Setting mit dem gezieltem Einsatz von Moderation und Information.
  • Der Garant für die richtige Mischung ist ein, von allen sehr positiv und konstruktiv bewertetes, professionell gesteuertes Verbundsystem, den die Aktion Jugendschutz als Projektträger zur Verfügung stellt.
  • Der Elterntalk arbeitet mit den Prinzipien des Empowerments und der Selbstorganisation und setzt diese vorbildhaft um.
  • Mit dem Elterntalk erreicht man auch Gruppen, die mit herkömmlichen Bildungsangeboten nur begrenzt erreicht werden.
  • Als noch junge Methode steht der Elterntalk auch vor Grenzen, die jedoch nicht strukturell bedingt sind, sondern sich über Weiterentwicklungsprozesse bearbeiten lassen.

Die Evaluationsstudie von Elterntalk zieht ein Fazit mit konkreten Weiterentwicklungsfragen. Die Verantwortlichen bei der Aktion Jugendschutz zeigten sich in der Diskussion sehr aufgeschlossen, das erfolgreiche Konzept von Elterntalk sowohl inhaltlich als auch vom Ablauf sowohl konsequent weiterzuführen als auch auszubauen.

Die Begleitstudie: "Was Eltern über Elterntalk denken..." kann unter der Bestellnr. 22181 zum Preis von 4,90 Euro (zuzügl. Porto und Versand) im Online Materialdienst bestellt werden.


Kontakt:
Aktion Jugendschutz
Referat ELTERNTALK
Elisabeth Ziesel
Tel. 089/121 573 16, e-mail: info@elterntalk.net
www.elterntalk.net



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