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Neue Studie zeigt: Interaktives Browser-Spiel schärft kritischen Blick Jugendlicher auf Glücksspiele

Um Jugendliche für die Suchtgefahren von Glücksspielen zu sensibilisieren, hat die Aktion Jugendschutz Bayern das interaktive Browsergame „Spielfieber“ entwickelt, im November 2012 online veröffentlicht und im Sommer 2014 evaluiert. Dieses „Serious Game“ – finanziert durch die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern – wurde seither mehr als 100.000 Mal mit einer durchschnittlichen Spieldauer von 15 Minuten gespielt.

Mit dem „Endbericht zur Evaluation des Browsergames Spielfieber: Akzeptanz, Effekte und Potential“ liegt nun sowohl in Deutschland als auch international eine der wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen von verhaltenspräventiven Maßnahmen im Bereich der Glücksspielsuchtprävention vor – mit folgenden wichtigen Erkenntnissen, wie Daniel Ensslen, Referent für Prävention gegen Glücksspielsucht bei der Aktion Jugendschutz Bayern weiß: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Spielfieber nicht nur ein ernstes Thema für sehr viele Jugendliche interessant gemacht haben, sondern dass wir auch positive Effekte eines Online-Spiels nachweisen konnten.“ Spielfieber fördert die kritische Einstellung von Jugendlichen gegenüber Glücksspielen – „genau dies war unsere Intention, als wir das Spiel entwickelt haben“, sagt Ensslen. Auch die These, dass ein Spiel, das Glücksspiele in den Fokus rückt, erst recht auf Glücksspiele neugierig machen könnte, wurde durch die Studie eindeutig widerlegt: 94 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Interesse an Glücksspielen durch Spielfieber nicht gesteigert worden sei. Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht: „Die Jugendlichen werden mit Spielfieber dort angesprochen, wo sie sich im Alltag häufig aufhalten – im Internet. Somit ist dies ein wichtiger Beitrag und eine sehr gute Ergänzung zu den herkömmlichen Präventionsmaßnahmen.“

Die komplette Studie, die unter der Leitung des Glücksspielexperten Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen durchgeführt wurde, ist unter www.materialdienst.aj-bayern.de kostenfrei als Download oder als Printversion erhältlich. Spielfieber ist unter www.spielfieber.net und auch im sozialen Netzwerk von Facebook spielbar.

Endbericht zur Evaluation des Browsergames Spielfieber: Akzeptanz, Effekte und Potential, Hrsg.: Aktion Jugendschutz Bayern e.V., München 2014, 52 Seiten.

Die Landesstelle Glücksspielsucht koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie besteht seit Juni 2008. Die Aktion Jugendschutz in Bayern ist für die Entwicklung, Veröffentlichung und den Vertrieb von praxisorientierten Materialien zur Glücksspielsucht-Prävention zuständig und bietet Schulungen in diesem Bereich an.


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 Evaluation Spielfieber.pdf
  Pressemitteilung.pdf